Unser Gastgeber: Die Cafeteria des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Esslingen

Die seit über 35 Jahren ehrenamtlich geführte Cafeteria des Theodor-Heuss-Gymnasiums ist die älteste von Eltern geführte Schulmensa in Baden-Württemberg bzw. bundesweit und war Vorbild als mögliches Modell für die Lösung der Mittagsverpflegung an vielen Schulen.
Die Cafeteria wurde 1974 gegründet. Im Herbst 2007 wurde die neue Cafeteria mit einer neuen, professionell ausgestatteten Küche eingeweiht. Über 150 Kocheltern, organisiert in 15 Kochgruppen, kochen hier täglich für bis zu 300 SchülerInnen.

Die Leiterin der Cafeteria, Frau Iris Beichter, trägt seit über 13 Jahren die Verantwortung für die Mittagessensversorgung der Schüler. Unterstützt wird sie von einem Arbeitskreis engagierter Eltern. So wird es möglich, von Montag bis Freitag ein Mittagessen für die SchülerInnen anzubieten!


Top1: Unterstützung durch bezahlte Kräfte

Die augenblickliche Situation

Ungefähr zwei Drittel der anwesenden Schulküchen arbeiten rein ehrenamtlich, davon beschäftigen 2 Schulküchen eine 1€-Kraft. Dazu kommt oft eine zusätzliche, von der Gemeinde finanzierte Reinigungskraft.

Bei einem Drittel der anwesenden Schulküchen arbeiten Ehrenamt und bezahlte Fachkräfte zusammen: 2 Schulküchen beschäftigen eine hauswirtschaftliche Leiterin, bei 3 Schulküchen sind mehrere bezahlte Kräfte angestellt.

Im Durchschnitt engagieren sich in einer rein ehrenamtlich geführten Schulküche 172 Kocheltern, in einer Schulküche mit Fachkräften 113 Kocheltern.

Höhere Essenszahlen - weniger Kocheltern - die Belastung nimmt zu

Einige der anwesenden Schulmensen erwägen, zusätzlich bezahlte Kräfte einzustellen. Der Grund: In den letzten Jahren haben die Essenszahlen stark zugenommen, nicht zuletzt durch die Einführung von G8 an den Gymnasien. Gleichzeitig ist es oft schwieriger, Kocheltern zu gewinnen, vor allem Kocheltern, die sich bei der Organisation engagieren oder Kocheltern, die einen ganzen Kochtag begleiten können.

Wir haben verschiedene Aspekte diskutiert, die beachtet werden sollten:

1) Wichtig ist, dass die Unabhängigkeit der Kochgruppen erhalten bleibt. Die Kochgruppen sind die tragenden Säulen einer ehrenamtlich geführten Schulmensa. Das selbständige Arbeiten mit eigenem Speiseplan und Rezepturen, und die Freundschaften, die durch die Zusammenarbeit entstehen, machen den Spaßfaktor dieser ehrenamtlichen Arbeit aus.

2) Schon deswegen sollte gut überlegt werden, für welche Tätigkeiten eine bezahlte Kraft eingestellt werden soll und wie die Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen und bezahlten Kräften aussehen soll, Zuständigkeiten müssen genau definiert werden.

3) Vielleicht sollte man sich aber doch auch die Frage stellen, ob das Anwerben neuer Mitglieder verbessert werden kann. Denn wenn ein Organisationsteam an die Grenzen der Belastbarkeit stößt, besteht die Gefahr, dass die Öffentlichkeitsarbeit vernachlässigt wird - ein Teufelskreis, den man durchbrechen sollte.

4) Gewusst wie: Wer sich dazu entschlossen hat, eine bezahlte Fachkraft einzustellen, muss die rechtlichen Rahmenbedingungen bzw. Vorgehensweise kennen. Für Mitglieder des Mensanets hat Frau Löhr Informationsmaterial (z. Bsp. Arbeitsvertrag/Mustervertrag, MiniJob-Rechner).

Erfahrungsbericht: Hauptamtliche Köchin in der Schulküche

Der Förderverein des Hegelgymnasiums Stuttgart-Vaihingen hat uns einen Erfahrungsbericht zugesandt. Der Verein hat für das Schulcafe PapperlaPub Anfang 2010 eine hauptamtliche Köchin eingestellt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht.


Top2: Qualitätsstandards für Schulverpflegung

Hier waren wir uns alle einig, Schulernährung soll schmecken, preiswert, und vor allem gesund sein. Die Qualitätsstandards der Schulverpflegung sind eine wichtige Hilfe, dieses Ziel zu erreichen.

Auch wenn der Speiseplan aus dem Menüangebot der einzelnen Kochgruppen zusammengestellt wird, kann das Angebot der verschiedenen Lebensmittel optimiert werden. Denn wenn jede Kochgruppe ihre eigenen Gerichte auf die Qualitätsstandards abstimmt, stimmt am Ende auch die Summe.

Dennoch, nur wenige Schulküchen setzen die Qualitätsstandards vollständig um. Probleme bereitet z. Bsp. die schlechte Akzeptanz von Gemüsegerichten bei den SchülerInnen. Gesucht werden Rezepte für vegetarische Gerichte, die bei den SchülerInnen ankommen. Wir freuen uns über Zusendungen für unsere geplante Rezeptsammlung. Auch Aktionswochen in der Schulmensa können helfen, neue Gerichte interessant zu machen.

Auf dem Treffen haben wir die Broschüre zu den Qualitätsstandards verteilt. Sie kann auch hier heruntergeladen oder bestellt werden. Die Neuauflage der Qualitätsstandards kann man auch bei "Schule + Essen = Note 1" als pdf-Datei herunterladen. Sie ist kostenlos.

Bilder vom Schulküchentreffen finden Sie hier.


Unsere Umfrage - eine Zusammenfassung

Alle Teilnehmer des Schulküchentreffens 2009 haben an einer Umfrage teilgenommen, in der wir Fragen zum Thema "Schulmensa und Ehrenamt" gestellt haben. Ein ganz herzliches Dankeschön hier an alle Teilnehmer!

An dieser Umfrage habensich "nur" die 14 teilnehmenden Schulmensen beteiligt, aber das Ergebnis ist interessant genug um hier einige Antworten zusammenzufassen.

Wieviele Schüler essen pro Tag im Durchschnitt in der Mensa Ihrer Schule? 

Durchschnittlich 190. Den Spitzenplatz hält die Mensa des Schulzentrums Höhnisch mit durchschnittlich 400 Essen am Tag,

Bezogen auf die Schülerzahlen essen im Durchschnitt pro Tag:
22 % aller Schüler, wenn keine Vorbestellung verlangt wird.
11 % aller Schüler, wenn das Essen vorbestellt werden muss.

Die typische Schulküche des Mensanets....

  • arbeitet in einer professionell eingerichteten Großküche
  • kocht an 3,9 Tagen in der Woche
  • verlangt für Hauptgericht, Salat, Dessert und Getränk: 2,78 €
  • bietet als Verpflegungssystem Mischkost an
  • gibt das Essen in einer "Cafeteria-Line aus (2 Küchen verwenden "Free Flow")
  • verkauft das Essen über ein Chip- oder Geldkartensystem, oder bar (ungef. 1/1). Eine Schulküche verkauft Bons an einem Automaten.
  • kämpft immer mal wieder mit langen Schlangen bei der Essensausgabe
  • ist zuversichtlich und guter Stimmung, trotz der zunehmenden Essenszahlen und häufigen Problemen, genügend Eltern für die Organisation zu finden :-)

Top3: Hygiene

An eine Schulmensa werden hohe Anforderungen an die Hygiene gesetzt. Die Umsetzung der Hygieneregeln setzt eine ehrenamtlich arbeitende oder bezahlte Fachkraft voraus. Auf der Liste steht unter anderem: Temperaturkontrollen bei Kühlgeräten und bei der Speisenausgabe, die korrekte Durchführung der Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die Auflistung der Zusatzstoffe auf dem Speiseplan, und die Überprüfung der Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen (Putzplan).

Bei der großen Zahl der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen helfen vor allem Infoblätter, auf denen die Anforderungen zusammengefasst sind. Frau Burst hat uns einen ausführlichen Überblick über die Organisation der Hygienemaßnahmen in der Mensa des Schulzentrums Höhnisch gegeben. Diese Mensa führt - wie viele andere Schulmensen - ein Betriebstagebuch mit Temperaturkontrollen. Es gibt Putzpläne, schriftliche Anweisungen zu den wichtigsten Hygieneregeln für jedes Mitglied der Mensa, Anweisungen zur Angabe der Zusatzstoffe und vieles mehr, und gibt diese bei Interesse gerne an unsere Mitglieder weiter.


Top4: Veranstaltungen

In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung planen wir ein gemeinsames Wochenende im Haus auf der Alb, Bad Urach. Voraussichtlicher Termin: 11.-13.6. 2010.

Zielgruppe / Teilnehmer: ehrenamtliche Mensa-Schulküchen-Vertretungen aus Baden-Württemberg

Thema: bürgerschaftliches Engagement / Ehrenamt - Näheres folgt