Schulküchentreffen 2014 - Treffpunkt Mensa Höhnisch


Unser Gastgeber für das Schulküchentreffen 2014 am 2. Juli 2014 war der Treffpunkt Mensa im Schulzentrum Höhnisch. Rund 120 ehrenamtliche Mensaeltern kochen hier an drei Tagen in der Woche bis zu 350 Essen pro Tag für die Schülerinnen und Schüler des Karl-von-Frisch-Gymnasiums und der Maria-Sibylla-Merian-Realschule. Gegründet wurde diese Mensa im November 2004.

Unsere Themen waren:

  • Küchenführung und Kennenlernen der Mensa
  • Projekt "Schüler kochen für Schüler", Mensa Lugeria, Kirchheim
  • Der Mensaverein als Arbeitgeber, Vereinsrecht
  • Kennzeichnungspflicht für Allergene,
  • Wie gehen wir mit der Konkurrenz der Fast-Food Angebote um?
  • Erfahrungsaustausch

Mehr Informationen zur Allergenkennzeichnung finden Sie hier.

Mehr Informationen zum Projekt "Schüler kochen für Schüler" finden Sie auf der Homepage der Lugeria Kirchheim.

Bilder vom Schulküchentreffen finden Sie hier.


Bericht (Presseerklärung)

Mensanet-bw – mehr als „nur“ Kochen ! 

30 Verantwortliche aus den ehrenamtlichen Schulküchen der Vernetzung mensanet-bw  trafen sich am 2. Juli 2014 zum jährlichen Erfahrungsaustausch in der Mensa des Schulzentrums Höhnisch, Dussligen bei Tübingen. Seit 10 Jahren wird dort frisch gekocht unter dem Management des Vereins Mensatreff Höhnisch e.V. Zur Unterstützung der ehrenamtlich Tätigen in den Kochgruppen wurde vor zwei Jahren eine hauswirtschaftliche Fachkraft als Küchenleiterin angestellt. Die Kosten hierfür werden vom Verein über die Preise und die hohe Küchenauslastung erwirtschaftet.

Von Montag - Donnerstag wird ein Mittagessen angeboten: immer frisch zubereitet, mit Salat und Dessert, zum Hauptgericht wird täglich eine vegetarische Variante angeboten. An Spitzentagen werden bis zu 400 Hauptessen ausgegeben!

Nach der Küchenführung und Vorstellung des Mensamodells stellte Bärbel Schmitz von der  Mensa LUGERIA, Kirchheim das Pilotprojekt „Schüler kochen für Schüler“ vor. Intention dazu war: die Mensa noch stärker im Schulalltag zu integrieren und das Bewusstsein der Schüler zu schärfen für das, was täglich vor Ort in der Mensa geleistet wird. Von Seiten der Schule wurde das Projekt durch engagierte Lehrer begleitet mit dem Ziel: die Schülerschaft stärker in den Schulalltag zu integreren – Schülern die Möglichkeit am Gymnasium zu geben, praxisnahe Erfahrungen zu machen, Teamgeist zu stärken, Verantwortung zu übernehmen – und auf „Augenhöhe“ mit Lehrern und Eltern zu kommunizieren. Viele Fragen mussten von den Mensaverantwortlichen und der Schulleitung in der einjährigen Vorplanungs-Phase geklärt werden z.B. Versicherung, Hygieneschulung, Jugendschutz, Unterrichtsausfall … Fazit nach einem Jahr: - weniger ehrenamtliche Köche werden am Freitag gebraucht – Essenszahlen am Schüler-Kochtag steigen – Schüler sind mit Spaß und Konzentration dabei, alle 9er Kochkinder melden sich wieder an für die 10. Klasse – und den Mensa-Köchinnen macht es Spaß, Wissen weiterzugeben. Nach einem Jahr erfolgreichem Schülerkochen wird dieses Pilotprojekt zur dauerhaften Einrichtung am Ludwig-Uhland-Gymnasium Kirchheim/Teck. Über 120 Schüler der Klassen 9 und 10 kochen freitags in der Mensa, eingeteilt in Kochgruppen mit 3-4 Köchinnen und 6-8 Schüler/innen. Ein Schüler kommt zweimal im Jahr zum Einsatz, der versäumte Unterricht muss nachgeholt werden. Sie bekommen an ihrem Kochtag die direkte Rückmeldung über das von ihnen Geleistete – in Zahlen: ca. 200 Essen, die bis 11.30 Uhr gekocht sein müssen. Der Teamgeist wird gestärkt, Organisieren geübt und die Basics des Kochens erlernt!

Das Projekt stößt bei den anderen Mensen auf aufmerksame Ohren, denn: vom Kochen allein wird eine Schulküche nicht als gemeinnützig anerkannt, sondern durch den erzieherischen Aspekt! Dieses tolle Beispiel stärkt den erzieherischen Schwerpunkt einer ehrenamtlich geführten und gemeinnützig anerkannten Mensa!

Der nächste Tagesordnungspunkt wurde von Margret Löhr vorbereitet: Mensaverein = Arbeitgeber – Vereinsrechtliche Voraussetzungen für Bezahlungen. Was ist zu beachten bei der Satzungs-Gestaltung und für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit? Unter welchen Bedingungen kann die Ehrenamtspauschale ausbezahlt werden und an wen? Abgrenzung der Vereinsführungstätigkeiten, die ehrenamtlich erbracht werden müssen bei einer vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannten Mensa und der Tätigkeiten, für die eine Vergütung bezahlt werden kann. Welche steuerliche Aspekte ergeben sich je nach Betreibermodell der Mensa (7% UST für Zweckbetriebe, 19% UST für wirtschaftliche Geschäftsbetriebe – Umsatzsteuerbefreiung im Zweckbetrieb). Jede der drei Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile und Mensen mit allen Varianten sind im mensanet-bw vertreten. Passgenau muss jede Mensa abwägen, vergleichen, entscheiden was individuell die Best-Off-Lösung für ihr Modell ist.